Partnerwahl und Vergesellschaftung


Kaninchen leben in freier Natur normalerweise in Gruppen. Hunderte Kaninchen können in enger Nachbarschaft leben. Innerhalb dieser großen Gruppen finden sich Kleingruppen von bis zu 10 Tieren, welche soziale Einheiten bilden, die ein Territorium mit Erdhöhle besitzt. Gegen Eindringlinge wird das eigene Revier verteidigt.

©Alexandra Stoffers - flickr.com ©Alexandra Stoffers - flickr.com

In Gefangenschaft ist es bei Gruppenhaltung immer wieder nötig, einzelne Tiere miteinander zu vergesellschaften oder neue Tiere in Gruppen einzubringen. Im Gegensatz zur freier Natur ist der Platz dabei oft beengt, Tiere können nicht flüchten und die Zusammenstellung ist erzwungen, nicht wie in freier Natur von den Tieren gewählt. Daher sollte der Halter einige Dinge beachten, wenn er Kaninchen zusammenbringen möchte.


Kaninchen sind Individuen. Es gibt keine allgemeingültige Regel, welche Konstellation und welche Methode funktioniert.


Kapitel

Konstellationen - Partnerwahl

Vergesellschaftung

Methoden



Konstellationen - Partnerwahl

Die passende Konstellation zu wählen ist nicht immer einfach. Möglich ist die Kombination verschiedener Geschlechter und die Kombination kastrierter und unkastrierter Tiere, verschiedener Charaktere und verschieden alter Kaninchen.


Gruppengröße

In freier Natur bilden sich Kleingruppen von bis zu 10 Kaninchen. Bei ausreichend Platz und vernünftiger Strukturierung sollten Kaninchengruppen in Gefangenschaft aus mindestens 2 Kaninchen bestehen, eine natürliche Gruppenbildung ist aber in den meisten Fällen nicht möglich. Zu große Gruppen können dauerhaft für die Kaninchen sehr stressig sein, wenn kein sehr großes Gehege zur Verfügung steht. Auf die Bedürfnisse der einzelnen Kaninchen muss geachtet werden.

Große Gruppen sind bzw. in großen Gruppen ist häufig einfacher zu vergesellschaften als (in) kleine Gruppen.


Geschlechterwahl

Bei Kaninchen ist die Rangordnung geschlechtsgebunden (Myers und Poole 1961). An der Spitze der männlichen Tiere steht ein Rammler, eine Häsin beherrscht die anderen Weibchen.

Das Alphamännchen wacht dabei über die Kolonie, der zweithöchste Rammler betätigt sich als dessen Satellit. Jagen sich zwei Kaninchen, aufgrund eines Konfliktes oder aus sexuellem Interesse, greift der ranghöchste Rammler ein und beendet die Jagd (Lehmann 1991). Ein Rammler bleibt in der Regel etwa 2 Jahre an der Spitze der Gruppe, bevor er abgelöst wird (Southern 1949).

Das ranghöchste Weibchen verhält sich in der Regel gegenüber anderen Weibchen aggressiv, zwischen rangniedrigeren Weibchen kann es zu friedlichen Beziehungen kommen.

Die Rangordnung ist jeweils geschlechtsgebunden (Myers und Poole 1961). An der Spitze der männlichen Tiere steht ein Rammler, eine Häsin beherrscht die anderen Weibchen. Das Alphamännchen wacht dabei über die Kolonie, der zweithöchste Rammler betätigt sich als dessen Satellit. Jagen sich zwei Kaninchen, aufgrund eines Konfliktes oder aus sexuellem Interesse, greift der ranghöchste Rammler ein und beendet die Jagd (Lehmann 1991). Ein Rammler bleibt in der Regel etwa 2 Jahre an der Spitze der Gruppe, bevor er abgelöst wird (Southern 1949). Die Rangordnung wird zu Beginn der Reproduktionssaison geklärt und bleibt dann normalerweise in dieser Saison oder auch ein Leben lang stabil (Holst et al. 2001).

Kastrierter Rammler
Weibchen
Diese Konstellation ist häufig eine eher einfach zu vergesellschaftende Konstellationen. Da die Rangordnung der Kaninchen geschlechtsgebunden ist, müssen weibliche und männliche Tiere diese in der Regel nicht auskämpfen (Vorsicht! Zu Konflikten kann des dennoch kommen.). Allerdings werden Weibchen mehr oder weniger regelmäßig hitzig und können den Kastraten dann sehr stressen. Insbesondere in Innenhaltung kann dies zum Problem werden.
Kastriertes Weibchen
Ein kastriertes Weibchen wird in der Regel nicht mehr hitzig, wodurch diese Konstellation in der Regel sehr einfach ist. Es ist allerdings nicht zu empfehlen, Weibchen zu kastrieren, um sich eine möglichst einfache Konstellation zu schaffen.
Kastrierter Rammler
Unter entsprechend kaninchengerechten Bedingungen häufig eine sehr harmonische Konstellation, wenn die richtigen Tiere sich gefunden haben. Ein funktionierendes Kastratenpaar ist für die Innenhaltung ideal. Auf zu engem Raum kann es allerdings schnell zu heftigen Auseinandersetzungen kommen.
Rammler
Diese Haltung eignet sich nicht für Liebhaber, der Kastrat kann schnell unter dem unkastrierte Rammler zu leiden haben.
Weibchen Weibchen
Für diese Konstellation braucht man besonders viel Platz und Beschäftigung. Häufig zerbrechen solche Gemeinschaften nach 1 - 1 1/2 Jahren, wenn die Weibchen richtig erwachsen werden. Für Anfänger nicht zu empfehlen.
Kastriertes Weibchen
Unkastrierte Weibchen und kastrierte Weibchen können sich gut vertragen, wenn das kastrierte Weibchen keine ausgeprägte Hitze zeigt und friedlich ist.
Kastrierter Rammler
Diese Konstellation ist häufig eine eher einfach zu vergesellschaftende Konstellationen. Da die Rangordnung der Kaninchen geschlechtsgebunden ist, müssen weibliche und männliche Tiere diese in der Regel nicht auskämpfen. Allerdings werden Weibchen mehr oder weniger regelmäßig hitzig und können den Kastraten dann sehr stressen. Insbesondere in Innenhaltung kann dies zum Problem werden.
Rammler
Hier kommt es normalerweise zu regelmäßigem Nachwuchs. Auf engem Raum und falscher Konstellation kann es zur Bedrängung des Weibchens kommen.
Rammler

Nicht zur Zucht eingesetzte Rammler sollten kastriert werden.

Weibchen
Hier kommt es normalerweise zu regelmäßigem Nachwuchs. Auf engem Raum und falscher Konstellation kann es zur Bedrängung des Weibchens kommen.
Kastriertes Weibchen
Bisher liegen zu wenig Erfahrungswerte vor, um eine Aussage über eine solche Konstellation unter artgemäßen Bedingungen zu machen. Daher für Anfänger nicht zu empfehlen.
Kastrierter Rammler
Diese Haltung eignet sich nicht für Liebhaber, der Kastrat kann schnell unter dem unkastrierte Rammler zu leiden haben.
Rammler
Die Haltung von zwei oder mehreren unkastrierten Rammlern ist für Liebhaber nicht zu empfehlen. Es kann längere Zeit gut gehen, da auch Rammler in freier Natur außerhalb der Paarungszeit friedlich leben. Allerdings kann es unerwartet zu mitunter tödlichen Kämpfen kommen.

Letztendlich kann jede Konstellation funktioniert oder auch nicht funktionieren. Es lassen sich lediglich Wahrscheinlichkeiten angeben, was funktionieren könnte und was nicht. Ausschlaggebend sind die Tiere selbst.


Charakter

Auch hier lässt sich nicht sicher vorhersagen, welcher Charakter zu welchem passt. Es ist nicht zu empfehlen, aggressive, territoriale und/oder unruhige Tiere zu sehr ängstlichen Kaninchen zu setzten. Zu ängstlichen Kaninchen passen am besten souveräne, friedliche Partner.

Erfahrungsgemäß gesellen sich ruhige eher zu ruhigen Kaninchen, aktive Kaninchen eher zu aktiven Tieren. Sehr aufdringliche, ausgeprägt hitzige Weibchen bevorzugen souveräne (auch kastrierte) Rammler, die auf ihre Belangen eingehen. Ruhige oder gar ängstliche (kastrierte) Rammler haben mit aufdringlichen Weibchen selten Freude, ebenso ruhige Weibchen mit aufdringlichen (kastrierten) Rammlern.

Die Auswahl eines passenden Charakters ist besonders schwierig. Je nach Konstellation können sich Kaninchen komplett anders verhalten, wodurch Einschätzungen schwierig werden. Es sollte daher ausreichend Zeit genommen werden, die Kaninchen zu beobachten. Das meiste Sozialverhalten spielt sich nach Einbruch der Dämmerung und vor Sonnenaufgang ab. Hier kann am Besten beobachtet werden.

Mitunter spielen auch Rasse, Körpergröße und Fellfarbe eine Rolle. Auch hier lassen sich wieder nur Wahrscheinlichkeiten angeben, Gewissheit gibt es nicht. Weiße und blaue Kaninchen beanspruchen tendenziell weniger große Reviere, wodurch sie friedfertiger sein können, schwarze und wildfarbene Kaninchen beanspruchen mehr Platz für sich. Sehr kleine Kaninchen beanspruchen tendenziell sehr große Reviere, sind sehr aktiv und eher aggressiv. Größere Kaninchen sind eher ruhiger und friedlicher, wobei Hasenkaninchen eine Ausnahme bilden können. Widder sind tendenziell ruhiger als Stehohrkaninchen.


Alter

Kaninchen sollten nicht vor der 8. Lebenswoche, besser erst am der 12. Lebenswoche von ihrer Mutter getrennt bzw. aus ihrer vertrauten Gruppe entfernt werden.

Rangkämpfe beginnen normalerweise erst ab der 16. Lebenswoche bei kleinen Kaninchen, bei größeren Rassen tendenziell später. Daher ist eine Vergesellschaftung von jungen Tieren untereinander oder mit erwachsenen Tiere einfacher. Allerdings ist das Risiko für die Jungtiere bei einer Vergesellschaftung mit erwachsenen Tieren nicht unerheblich. Zu kleine Gehege und mangelnde Strukturierung können dazu führen, dass die Jungtiere schnell in den Weg geraten und dann verletzt werden. Fremde Jungtiere können zudem attackiert werden, der Mangel an Erfahrung kann ihnen Verletzungen bescheren.

Vor der 16. Lebenswoche sollten daher nur Jungtiere in vernünftige Gehege und mit ausreichend friedfertigen erwachsenen Kaninchen vergesellschaftet werden, ansonsten sind die Jungtiere gefährdet. Jungtiere untereinander in etwa gleichem Alter sind eher unproblematisch.

Jungtiere sollten Spielgefährten haben. Daher sollten idelaerweise andere Kaninchen mit unter einem Jahr vorhanden sein. Sehr alte Tiere fühlen sich durch sehr junge Kaninchen häufig gestört und sollten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben. Ein Kaninchen unter einem Jahr mit einem Kaninchen über 5 Jahren ist eine eher ungeschickte Konstellation (in größeren Gruppen in großen Gehegen aber in der Regel kein Problem).



Vergesellschaftung

Vorab

Bevor die Kaninchen zusammen geführt werden, sollte für neue Tiere die Quarantäne beachtet werden. Versuchen sie nicht den Körpergeruch der Tiere mit irgendwelchen Mitteln zu überdecken und bleiben sie immer selbst ruhig.


Die Räumlichkeiten

Kaninchen sollten immer auf ausreichend Fläche zusammengesetzt werden. Zu kleine Gehege oder gar Transportboxen können zu schlimmen Kämpfen oder schweren Verletzungen führen. Zusätzlich ist es großer Stress für die Tiere. Von solchen Methoden sollten daher abgesehen werden.

Das Gebiet, in dem die Kaninchen sich kennen lernen, sollte ausreichend groß und strukturiert sein. Sprintstrecken (mindestens 5 m Laufstrecke) sollten genauso vorhanden sein wie ausreichend Rückzugs- und Ausweichmöglichkeiten. Die Kaninchen dürfen sich nicht gegenseitig in die Enge treiben können. Dadurch wird Stress von vorneherein gemindert und kann zudem abgebaut werden. Wichtig sind zudem mehrere Trink- und Futtermöglichkeiten, die so platziert sein müssen, dass kein einzelnes Kaninchen alle verteidigen kann und jeder stets Zugang hat.

Ausreichend Futter verteilt im Gehege kann helfen, die Situation zu beruhigen.


Der Zeitpunkt

Mitunter können Wetter und Tageszeit die Kaninchen beeinflussen. Kaninchen sind eher Dämmerungs- und Nachtaktiv, daher ist es empfehlenswert, die Vergesellschaftung am Vormittag zu beginnen. Es empfiehlt sich eher warmes Wetter, bei kühlem Wetter sind Kaninchen tendenziell auch am Tage unterwegs. Im Winter sind Kaninchen normalerweise weniger territorial, Vergesellschaftungen sind dann einfacher als im Sommer.

Bei einer Vergesellschaftung im Außengehege bei Regenwetterlohnen sich viele kleinere, trockene Unterschlüpfe. Kein Kaninchen sollte im Regen sitzen müssen.


©Alexandra Stoffers - flickr.com
©Alexandra Stoffers - flickr.com
©Alexandra Stoffers - flickr.com


Verhalten der Kaninchen

Jede Vergesellschaftung läuft anders ab. Rammeln, Verfolgungsjagden, Fellausreißen und kleine Kämpfe sind völlig normal. Die Tiere können sich beschnüffeln, jagen, knurren, im Kreis umeinander laufen und gegeneinander springen. Diese Kämpfe sehen häufig schlimmer aus als sie sind. Kleinere Kratzer vor allem bei Widdern an den Ohren können vorkommen. Häufig wird stark mit Kinndrüse, Urin und Kot markiert.

Getrennt werden sollte nur dann, wenn die Tiere sich ineinander verbeißen oder blutige Verletzungen entstehen.

Abbildung 1: Angriff und Flucht. Das dominante Weibchen attackiert bei der Vergesellschaftung den Fremden.
Abbildung 2: Sprungduell. Die beiden Weibchen springen gegeneinander und schlagen mit den Vorderpfoten. Solche Verhaltensweisen sind bei Vergesellschaftung kein Grund einzugreifen.


Dauer der Vergesellschaftung

Vergesellschaftungen können wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Trennen sie nicht frühzeitig. Es braucht seine Zeit, bis die Tiere eine stabile Gruppe bilden. Spätestens nach 4 Wochen sollten die Tiere allerdings mehr positive als negative Verhaltensweisen untereinander zeigen. Nicht jede Konstellation funktioniert. Häufig stimmen in solchen allerdings die Haltungsbedingungen nicht, wirklich unverträgliche Kaninchen sind selten.



Methoden

In jedem Fall sollten sie die Kaninchen ausreichend beobachten. Bleiben sie in der Nähe und sehen sie regelmäßig nach den Kaninchen. Sind sie selbst nervös, können sie die Tiere zusätzlich stressen. Also Ruhe bewahren.

Für den Notfall empfiehlt es sich zu zweit zu sein um eingreifen zu können. Halten sie Handschuhe oder ein stabiles Tuch bereit. Fassen sie nicht ohne Schutz zwischen kämpfende Kaninchen.


Neutraler Raum

Neutraler Raum bedeutet, dass keines der Kaninchen die Räumlichkeit kennt und/oder diese als Revier ansieht. Dadurch gibt es keinen Revierinhaber, der diesen Raum gegen einen Eindringling verteidigt.

Die Kaninchen werden zeitgleich in den Raum gesetzt. Erst wenn sie sich dort ausreichend lange, mind. ein Tag verstehen, entspannt in der Nähe des Artgenossen sind und sich nicht mehr angreifen können die Kaninchen in das bekannte Gehege gesetzt werden. Hier kann es erneut zu Rangeleien kommen. Vorher sollte das Gehege gereinigt und umgestaltet werden.

"In der Labortierhaltung gilt die Empfehlung, fremde Kaninchen in einem geruchsneutralen Gehege zusammenzusetzen (Morton et al., 1993a; Love, 1994), um mögliche territoriale Ansprüche, die zu Auseinandersetzungen zwischen den angestammten und den zugesetzten Tieren führen, zu vermindern. Entgegen den Erwartungen konnten jedoch weder die Dauer und Anzahl der agonistischen Interaktionen pro Tier, noch die mittlere Dauer einer agonistischen Interaktion durch die Methoden des Zusammensetzens beeinflusst werden. Die Hypothese, dass durch das Zusammensetzen der Zibben in einer für alle Tiere frischen Bucht, gegenüber dem Zusammensetzen in einer für einige Zibben geruchlich markierten Bucht, weniger und kürzere agonistische Interaktionen auftreten, konnte daher nicht bestätigt werden. [...] Vielmehr scheint bei Kaninchen die fehlende Geruchsmarkierung in einer neuen Umgebung, neben den unbekannten Zibben, zu Unsicherheit und damit zu einer Stressreaktion zu führen."

Aus: Graf S. (2010) : Aspekte des agonistischen Verhaltens weiblicher Zuchtkaninchen in der Gruppenhaltung


Bekannter Raum

Abhängig vom Gehege und dem Charakter der Tiere ist es auch möglich diese auf bekanntem Raum zu vergesellschaften. Dies empfiehlt sich bei weniger territorialen alteingesessenen Kaninchen auf großer Fläche und guter Strukturierung. Das neue Kaninchen sollte die Möglichkeit haben das Gehege und die Fluchtwege zuerst zu erkunden, bevor es auf die Revierinhaber trifft.


Trenngitter

Hierbei werden die Tiere durch ein Gitter voneinander getrennt. Das Gitter schützt die Tiere physisch voreinander, verhindert also, dass diese sich gegenseitig verletzten ermöglicht den Tieren aber, sich gegenseitig kennen zu lernen. Es schafft eine künstliche Reviergrenze.

Dies kann von großem Nachteil sein. Das Gitter ermöglich den Tieren nach vorne zu gehen. Dadurch kann es später auch ohne Gitter vermehrt zu Aggressionen kommen. Auch erzwungene Nähe kann zu vermehrter Aggression führen, wenn die Anwesenheit des Artgenossen stresst und/oder negativ Verknüpft wird. Dieser Stress muss nicht immer offensichtlich sein, kann die spätere Vergesellschaftung aber erschweren oder sogar unmöglich machen.

In sehr großen Gehegen, wenn die Tiere sich voreinander zurückziehen können und mit den richtigen Tieren kann die Trenngittermethode hilfreich sein. Allerdings kann diese Methode sehr langwierig sein, wenn die Reviergrenze jeweils anerkannt wird. Dabei sollte es jeweils nicht möglich sein, das gesamte Nachbargehege einzusehen und es sollten keinerlei Aggressionen am Gitter gezeigt werden.


Neuvergesellschaftung

Manchmal ist es nötig, aus der Gruppe genommene Tiere wieder in die Gruppe zu integrieren oder zwei bisher nicht verträgliche Tiere neu zusammenzuführen. Die Kaninchen sollten vorher in getrennten Räumen ohne Sicht- und Geruchkontakt über mindestens 2 Wochen gehalten werden. Dabei sollten sie ausreichend beschäftigt und positiv bestärkt werden, um Stress zu vermeiden.



Quellen

Graf S. (2010): Aspekte des agonistischen Verhaltens weiblicher Zuchtkaninchen in der Gruppenhaltung, Diss., Gießen

Lehmann M. (1991): Social behaviour in young domestic rabbits under semi-natural conditions, Institute for Zoology, University of Berne, Abteilung für Sozial-und Nutztierethologie, Ethologische Station Hasli, Wohlenstrasse 50A, CH-3032 Hinterkappelen, Switzerland

Myers, K. u. W. Poole (1961): The effects of season and population increase on behaviour. C.S.I.R.O. Wildl. Res. 6, 1-41

Southern, H. N. (1948): Sexual and aggressive behaviour in the wild rabbit. In: Behaviour 1, Brill, Leiden. S.173-194