Gehegegestaltung


Kapitel

Allgemeines

Beispiele für Gehege

Beispiele für mögliche Einrichtung



Allgemeines

Das Gehege sollte so strukturiert werden, dass die Tiere sowohl Rückzugsmöglichkeiten, Verstecke als auch ausreichend Lauffläche zur Verfügung haben.

Kaninchen bevorzugen einen trockenen Boden und trockenes Klima. Besonders beliebt ist welliges bzw. leicht hügeliges Gelände mit Sandboden, das mit Kräutern und Büschen (Brombeeren, Ginster, Wacholder etc) oder Kiefernkulturen bewachsen ist, Deckung aber auch ausreichend geeignete Nahrung bietet. Die Luftqualität ist für Kaninchen sehr wichtig. Kaninchen reagieren sehr empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, Schadgaskonzentration und Luftgeschwindigkeit (Boback 2004).

Der Boden des Geheges sollte daher nicht feucht sein und ausreichend Schutz vor Witterungsbedingungen (Nässe, Zugfrei etc.) vorhanden sein.

Die Gestaltung von erhöhten Sitzgelegenheiten wie Hügeln wird von Kaninchen sehr begrüßt, sie lieben Aussichtsmöglichkeiten. Wer keine Hügel im Wohnzimmer anlegen möchte, kann mit entsprechenden Konstruktionen aus Holz und ähnlichem nachhelfen. Die Aussichtsmöglichkeiten geben den Tieren die Gelegenheit, ihre Umgebung zu sichern.

Kaninchen legen gerne Baue an, wenn es die Bodenverhältnisse erlauben. Graben ist eine natürliche Verhaltensweise und wird in Gemeinschaftsarbeit geleistet. Wer kein Außengehege hat, in dem die Kaninchen graben können, sollte seinen Tieren Buddelkisten anbieten.

Zudem sollten Sprintstrecken zur Bewegung und zum Stressabbau vorhanden sein. Vor allem für rangniedrige Tiere ist das sehr wichtig. Solche Strecken sollten es den Kaninchen ermöglichen mehrere Meter gerade aus zu hoppeln.

Ausreichend trockene, windgeschützte und sichere Verstecke müssen für jedes Gruppenmitglied vorhanden sein.

Ebenso sollten ausreichend Futter- und Trinkmöglichkeiten vorhanden sein, die jeweils so platziert sein sollten, dass sie abseits der Rennstrecken liegen und die Tiere diese Plätze nicht überqueren und somit verschmutzen müssen, sofern sie sich bewegen.



Beispiele für Gehege

Auf diese Seiten finden sich einige Beispiele für Gehege im Innen- und Außenbereich. Nicht alle dortigen Gehege und Informationen sind uneingeschränkt geeignet und zu empfehlen.

Tierische Eigenheime (Externer Link)

Kleintierhilfe München (Externer Link)



Beispiele für mögliche Einrichtung

Eine Vielzahl von brauchbaren Einrichtungsgegenständen bietet Möglichkeiten zur tiergerechten Gestaltung des Geheges. Dabei sollte auf die verschiedenen Vorlieben der einzelnen Tiere Rücksicht genommen werden.


Verstecke/Unterschlüpfe

Verstecke und Unterschlüpfe sind vor allem dann beliebt, wenn die Tiere sich durch Kontakt mit den Wänden sicher fühlen.

  • Häuschen
  • Kartons
  • hohle Baumstämme
  • Zweige
  • Pflanzsteine
  • Etagen aus Holz oder Stein
  • Unterschlüpfe aus Stroh- oder Heuballen
Abbildung 1: Unterschlupf. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Rückzugsmöglichkeiten für Kaninchen zu gestalten.


Erhöhte Sitzmöglichkeiten (zusätzlich zu oben genannten Verstecken)

  • Alte Bettbezüge gefüllt mit Stroh/Heu
  • Hügel aus Sand/Erde
  • Stroh- oder Heuballen
Abbildung 2: Erhöhte Sitzmöglichkeiten. Die meisten Kaninchen sitzen gerne erhöht. Auch bequeme Ruheplätze (l.) werden gerne angenommen.


Mögliche Untergründe

Im Kaninchengehege sollten mehrere Untergründe angeboten werden. Problematische Untergründe wie Kies oder Beton sollten immer so angeboten werden, dass die Tiere den Untergrund meiden können.

  • Sand
  • Erde
  • Wiese
  • Rindenmulch (darauf achten, dass geeignete, ungespritzte Rinde verwendet wurde)
  • Steinplatten, Rasensteine, Beton
  • Kieselsteine
  • Einstreu (Hanfstreu, Buchengranulat, Leinstreu, Stroh...)
  • Holz




Quellen

Boback, A. W. (2004): Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus [Linné, 1758]). 2., unveränd. Aufl. Westarp-Wiss.-Verl.-Ges. ISBN 3-89432-791-X.