Haut und Haarkleid



Allgemeines


Die Haut des Kaninchens besteht aus

  • Oberhaupt (Epidermis),
  • Lederhaut (Corium)
  • und Unterhaut (Subcutis).

Die Epidermis ist der Sitz von Farbeinlagerungen. Die Unterhaupt verbindet die Lederhaut mit dem Körper und ist bei gut ernährten Tieren der Sitz von Fetteinlagerungen. Sie schützt Blutgefäße und Nerven, welche Leder- und Oberhaut ernähren.

Die Haare eines Kaninchens werden von der Oberhaut gebildet. Das einzelne Haar besteht aus Wurzel und Schaft. Mit der Papille, einem knopfartig verdickten Ende, sitzt die Wurzel einer Versenkung der obersten Hautschicht auf.


An Haararten unterscheidet man:

  • Tasthaare: An den Augenlidern und Lippen
  • Flaumhaare (Unterwolle): dicht zwischen den stärkeren Haaren stehend. Kurz, fein und wellenförmig gebogen, ohne Kräuselung
  • Grannenhaare: Lang, steif, einzeln stehend, markhaltig, kürzer als Leithaare, Verdickung zwischen Spitze und Mitte
  • Leithaare: Hervorragend (stärksten und längsten), borstenartig, bisweilen leicht gebogen, nicht gewellt oder gekräuselt. Spitzen lang und fein ausgezogen
Abbildung 1: Haararten. Leit- Grannen und Flaumhaare eines Normalhaarkaninchens

Die Grannen- und Leithaare schützen die Unterwolle vor Verschleiß, Nässe und Schmutz. Auch verhindern sie ein Verfilzen. Sie verfügen über einen Muskel, so kann ihre Neigung zur Haut verändert werden. Dadurch kann der Luftraum zwischen den Haaren vergrößert und so die Isolation verbessert werden.

Grannen- und Leithaare wachsen schneller als die Unterwolle. Daher überragen sie die Unterwolle beim Normalhaarkaninchen um 10 mm bis 15 mm und beim Angorakaninchen um mehrere cm. Beim Rex hingegen sind sie in etwa so lang wie die Unterwolle.


Abbildung 2: Haarkleid. Links deutlich zu erkennen sind die Zonierungen des Fells. Mittig das Fell eines Normalhaarkaninchens. Rechts ein Rexkaninchen.


Jedes Haar hat eine bestimmte Lebensdauer und wird irgendwann abgestoßen. Es gibt einen beständigen Haarwechsel, bei dem Haare das ganze Jahr über erneuert werden, den Wechsel der Jugendhaare, der etwa mit der siebten Woche beginnt und den jahreszeitlichen Haarwechsel. Letzterer vollzieht sich im Frühjahr und ist abhängig von Wärme und Witterungsverhältnissen. Dieser Fellwechsel dauert 6 - 8 Wochen.

Im Frühjahr und bei Nährstoffmangel wird ein Teil der Haare abgestoßen ohne dass weitere nachwachsen. Dabei sind die Wollhaare in größerer Menge betroffen als die Grannen- und Leithaare. Erst im Herbst bzw. bei besserem Nährstoffangebot wird das Haarwachstum wieder aktiviert.




Quellen

Boback, Alfred W.; Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus (Linné, 1758); 2., unveränd. Aufl.; Nachdr. der 1. Aufl., Wittenberg Lutherstadt, Ziemsen, 1970; Hohenwarsleben; Westarp-Wiss.-Verl.-Ges.; 2004; (Die neue Brehm-Bücherei; 415); ISBN 3-89432-791-X

Schlolaut, W. (Hrsg) in Zusammenarbeit mit Lange, K.; Das große Buch vom Kaninchen; 3., erw. Aufl.; Frankfurt am Main; DLG-Verl., 2003; 488 S.; ISBN 3-7690-0592-9